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"Bau mein Haus" in Thüringen

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Informationen zu Thüringen (Quelle: www.wikipedia.de)

Thüringen liegt in der Mitte Deutschlands und grenzt an die Länder Hessen (Länge der Grenze 270 km), Bayern (381 km), Sachsen (265 km), Sachsen-Anhalt (296 km) und Niedersachsen (112 km). Der Freistaat Thüringen gehört wie auch Sachsen und Teile Sachsen-Anhalts zur Region Mitteldeutschland. Als Ergebnis einer satellitengestützten Landesvermessung 2007/2008 wurde der Mittelpunkt Thüringens auf dem Gebiet der Gemeinde Rockhausen im Ilm-Kreis bei den Koordinaten 50° 54′ 12″ N, 11° 1′ 35″ O50.90333333333311.0263888888897 etwa acht Kilometer südlich des Erfurter Doms ermittelt.

Die Landschaft in Thüringen ist sehr unterschiedlich. Im äußersten Norden befindet sich der Harz. In südöstlicher Richtung schließt sich ein als Goldene Aue bezeichnetes Gebiet an, mit dem fruchtbaren Tal des Flusses Helme. Im Nordwesten befindet sich das Eichsfeld, eine teilweise bewaldete Hügellandschaft.

In der Mitte des Landes liegt das flache, sehr fruchtbare Thüringer Becken. Diese Region zählt zu den ältesten Kulturlandschaften Deutschlands. Erste Ortsgründungen sind hier bereits seit dem Jahr 704 belegt. Das Thüringer Becken wird von verschiedenen kleinen Höhenzügen umringt, so der Dün im Nordwesten, die Hainleite und die unmittelbar nördlich davon gelegene Windleite sowie der Kyffhäuser im Norden, Schmücke, Hohe Schrecke und Finne im Nordosten, dem Ettersberg im Südosten, der Fahner Höhe im Süden und dem Hainich im Westen. Der Nationalpark Hainich ist der einzige Nationalpark des Landes.

Südlich des Thüringer Beckens befindet sich das hügelige Vorland des Thüringer Waldes, schließlich der Thüringer Wald selbst, als größtes Gebirge im Land. Östlich geht der Wald nahtlos ins Thüringer Schiefergebirge über, welches wiederum südöstlich in den Frankenwald übergeht, der jedoch nur zu kleinsten Teilen in Thüringen liegt. Diese Mittelgebirgskette wird vom Rennsteig, dem Kammweg, durchzogen. Er stellt die Wasserscheide zwischen Elbe im Norden und Weser beziehungsweise Rhein im Süden dar. Östlich von Wald und Becken verläuft das Saaletal. Jenseits der Saale liegt im Norden das Thüringer Holzland, im Süden das Vogtland und im Osten das Osterland. Im Gegensatz zu den erstgenannten ist das Osterland um Altenburg wenig bewaldet und sehr fruchtbar.

Südwestlich des Thüringer Waldes liegt das Werratal, gefolgt von der Rhön im Westen und dem Grabfeld im Süden. Die wichtigsten Flüsse des Landes sind die Werra im Westen und die Saale im Osten. Größere Zuflüsse der Saale sind die Unstrut (mit Gera), die Ilm und die Weiße Elster. Im Nordwesten des Landes entspringt die Leine. Die höchste Erhebung im Land ist der Große Beerberg im Thüringer Wald mit 983 Metern Höhe. Weitere hohe Berge sind der Schneekopf (978 m), der Große Finsterberg (944 m) und der Inselsberg (916 m).

Die geologische Situation in Thüringen ist gekennzeichnet durch eine große Vielfalt geologischer Formationen. An der Oberfläche beziehungsweise den bodennahen Bereichen lassen sich in den verschiedenen Regionen des Landes fast alle Schichten des Phanerozoikums, das heißt der letzten 500 Millionen Jahre, nachweisen. Bezogen auf die Entstehungsgeschichte wird Thüringen in vier so genannte Strukturstockwerke gegliedert, die nach ihrem Alter geordnet in den jeweiligen Regionen dominierend auftreten. Während die geomorphologische Gestalt Thüringens im Süden und Westen fast ausschließlich durch tektonische Vorgänge und Erosion durch Niederschläge bestimmt ist, kam es vor etwa 70.000 Jahren im Norden und Osten zu einer Überformung dieser Strukturen durch die Elsterkaltzeit. Demgemäß erfolgt eine Aufteilung des Landes aus geomorphologischer Sicht in fünf äußerlich abgrenzbare Gebiete:

Steinbruch bei Haarhausen im Bereich der Eichenberg–Gotha–Saalfelder Störungszone mit deutlich sichtbarer Gesteinsfaltung (das Thüringer Gebirge, bestehend aus Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge, die Zechstein- und Trias-Landschaften des Thüringer Beckens und Südthüringens, die südthüringischen Vulkanitgebiete, der Kyffhäuser und der thüringische Anteil des Harzes, das Altenburg-Meuselwitzer Gebiet, das durch Braunkohletagebau und Überreste des in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgten Uranbergbaus gekennzeichnet ist.

Innerhalb der Zechstein- und Triaslandschaften prägen neben flachen Gebieten zahlreiche Störungen das Landschaftsbild, von denen die Eichenberg–Gotha–Saalfelder Störungszone, die das Thüringer-Wald-Vorland vom Thüringer Becken abgrenzt, die längste und auffälligste ist. Im Zechsteingebiet im Bereich von Werra und Wipper finden sich größere Salzvorkommen, die besonders im 20. Jahrhundert abgebaut wurden. Im Buntsandsteingebiet des Saaletales bei Jena sind zahlreiche geologische Phänomene zu beobachten.

Ausgehend von der im späten Mittelalter vor allem in Bereich des Thüringer Gebirges beginnenden Gewinnung von Bodenschätzen wie Eisenerz, Kupferschiefer oder Gold entwickelte sich in der Region bereits im 16. Jahrhundert eine theoretische Verarbeitung praktisch-geowissenschaftlicher Erkenntnisse. Im Jahr 1796 entstand mit der Societät für die gesamte Mineralogie zu Jena die erste geowissenschaftliche Vereinigung überhaupt. Sie entstand auf Anregung Goethes, der von 1803 bis 1830 ihr Präsident war.

Auf Grund anhaltender tektonischer Vorgänge kommt es im Südosten Thüringens gelegentlich zu kleineren Erdbeben. Diese werden seit Anfang des 20. Jahrhunderts von der Universität Jena beobachtet. Heute befindet sich im Osten des Thüringer Schiefergebirges das Geodynamische Observatorium Moxa der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie das Zentrum für die Ingenieuranalyse von Erdbebenschäden der Bauhaus-Universität Weimar zur Untersuchung und Bewertung möglicher Folgen von Erdbeben nicht nur in diesem Gebiet.

Durch den vielgestaltigen geologischen Untergrund und dem Einfluss der Mittelgebirge auf das Lokalklima kann in Thüringen eine Vielzahl von Pflanzenarten mit unterschiedlichen ökologischen Ansprüchen wachsen. Eine Naturräumliche Gliederung Thüringens unterscheidet die sieben Naturraumtypen Mittelgebirge, Buntsandstein-Hügelländer, Muschelkalk-Hügelländer, Basaltkuppenland, Ackerhügelländer, Auen und Niederungen sowie Zechsteingürtel an Gebirgsrändern. Innerhalb dieser Naturraumtypen werden 38 einzelne Naturräume unterschieden, der Naturraum Thüringer Gebirge wird zudem in acht Untereinheiten gegliedert.[5]

Die Potenzielle natürliche Vegetation Thüringens besteht aus Wäldern, die je nach Standortverhältnissen in verschiedene Typen unterschieden werden könnten. Am weitesten verbreitet wären von der Rotbuche (Fagus sylvatica) dominierte Buchenwälder, dabei vor allem Hainsimsen-, Waldmeister-, Waldgersten- und Orchideen-Buchenwälder. Nur wo die Standortbedinungen weniger ideal sind, könnten auch andere Baumarten dominieren. So wären in den trockenwarmen, kontinental geprägten Gebieten des zentralen Thüringer Beckens die Traubeneiche (Quercus petraea), Stieleiche (Quercus robur), Hainbuche (Carpinus betulus) und die Winter-Linde (Tilia cordata) häufiger zu finden. In den Mittelgebirgen hingegen wären neben der Rotbuche der Bergahorn (Acer pseudoplatanus), die Gemeine Fichte (Picea abies) und die heute seltene Weißtanne (Abies alba) zu finden. Nur in den höchsten Lagen des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges wären Fichten-Buchenwälder zu finden.[5]

Die aktuelle Flora und Fauna sind der deutschen Kulturlandschaft angepasst. Durch die Nutzung des Menschen besteht die Vegetation vor allem aus Wäldern, Grünland, Äckern, Siedlungen und Gewässern. Etwa ein Drittel der Landesfläche ist von Wald bedeckt, wovon jedoch nur 30 % naturnaher Laubwald ist. Prägend sind vor allem Nadelholzforste, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt wurden. Die Landesforstverwaltung ist jedoch bestrebt, den Laubholzanteil wieder zu erhöhen.[5] Nachdem der Orkan Kyrill im Januar 2007 vor allem im Thüringer Wald massive Schäden anrichtete, wurde bei der Aufforstung teilweise wieder auf den heimischen Buchen-Eichen-Mischwald anstelle von Fichten-Monokulturen zurückgegriffen.

Das Grünland ist vor allem durch Trocken- und Halbtrockenrasen geprägt, artenreiche Frischwiesen in den Hügelländern sind stark zurückgegangen. Ein großer Anteil frischer und feuchter Wiesen wird als Rinderweide genutzt.

Die Wildkatze (Felis silvestris) hat im Nationalpark Hainich ein Refugium gefunden und durch den Harz im Norden des Landes streift wieder der Luchs (Lynx lynx). In den Naturschutzgebieten des Landes bestehen Vorkommen selten gewordener Vogelarten, unter anderem des Birkhuhns (Tetrao tetrix), des Schwarzstorchs (Ciconia nigra) und des Wachtelkönigs (Crex crex)[6]. Haustierarten, die an das Leben im Land angepasst sind, sind beispielsweise die seit Jahrhunderten gezüchtete Thüringer Waldziege oder das Rhönschaf.

Bedingt durch den Industrieschmutz, der zwischen 1850 und 1990 ausgestoßen wurde, waren Teile Thüringens am Ende dieser Periode stark geschädigt. Seitdem konnten diese Schäden teilweise abgemildert werden. So wurde im Rahmen der Bundesgartenschau 2007 in Gera und Ronneburg der ehemalige Uran-Tagebau in Ronneburg saniert und versiegelt; es entstand die Neue Landschaft Ronneburg. Eine weitere Altlast ist der Teersee in Rositz bei Altenburg, von dem eine enorm hohe Gefährdung der Umwelt ausgeht. Insgesamt hat die Belastung der Luft und der Gewässer jedoch erheblich abgenommen, einzig die Werra ist - bedingt durch den hessischen Kali-Abbau - unterhalb von Dorndorf noch derart versalzen (der Salzgehalt entspricht vielerorts dem der Ostsee), dass viele Pflanzen und Tiere nicht überleben können. Zu Pfingsten 2007 erhielt der Konzern Kali und Salz AG eine Genehmigung, Salz aus einer Halde in Neuhof bei Fulda bis zur Ausreizung des Grenzwertes in die Werra zu leiten. Die Salzkonzentration der Werra und der anschließenden Weser war zu DDR-Zeiten noch deutlich höher als heute.

Als bedeutende Naturschutzgebiete bestehen in Thüringen der Nationalpark Hainich, die Biosphärenreservate Rhön und Vessertal-Thüringer Wald sowie die Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal, Kyffhäuser, Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale und Thüringer Wald.

Der überwiegende Teil der 2,3 Millionen Einwohner Thüringens sind ethnische Deutsche. Angestammte Minderheiten wie etwa die Sorben in Sachsen gibt es im Land nicht. Die Bevölkerung lässt sich unter Berücksichtigung der Sprache in drei Gruppen unterteilen. Als Thüringer bezeichnet werden Sprecher der Thüringisch-Obersächsischen Dialektgruppe, die nördlich des Rennsteiges leben. Zu dieser Gruppe gehört auch der Süden Sachsen-Anhalts (Landkreis Mansfeld-Südharz, Saalekreis, Burgenlandkreis und die Stadt Halle). Werra und Leine im Nordwesten, der Harz im Norden und die Weiße Elster im Osten grenzen diesen Siedlungsraum ab. Sprecher der ostfränkischen Dialekte leben südlich des Rennsteigs und sind kulturell eher an der Region Franken orientiert. Die dritte Gruppe sind die Sprecher niederdeutscher Dialekte, die vor allem im nördlichen Teil des Landkreis Eichsfeld im Norden Thüringens leben. Gegenden mit starker Regionalidentität sind das Eichsfeld im Nordwesten und das Vogtland im Südosten.

Neben diesen drei Gruppen leben im Land etwa 50.000 Ausländer. Da das Landesamt für Statistik keine Zahlen zu den Herkunftsstaaten der Ausländer veröffentlicht, werden im Folgenden exemplarisch Werte für die Stadt Erfurt herangezogen, da sich die Zuwandererprofile der Städte und Gemeinden Thüringens ähneln. 2007 lebten in Erfurt 6043 Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Die größten Gruppen stellen hierbei Menschen aus den GUS-Staaten (1905 bzw. 31,5%), aus Ostmitteleuropa (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn) und dem Baltikum (612 bzw. 10,1%), aus Südosteuropa (ehemaliges Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Albanien: 419 bzw. 6,9%), aus arabischen Staaten, dem Iran und Israel (395 bzw. 6,5%), aus Vietnam (921 bzw. 15,2%), aus der Türkei (415 bzw. 6,9%) und aus den Staaten Süd-, West- und Nordeuropas (581 bzw. 9,6%) dar. Aus anderen asiatischen Ländern kamen 348 (5,8%), aus afrikanischen Staaten südlich der Sahara 117 (1,9%), aus Lateinamerika 118 (2,0%), aus den USA und Kanada 70 (1,2%) und aus Australien 8 (0,1%) Menschen. Verglichen mit Gesamtdeutschland ergeben sich hier erhebliche Abweichungen. So sind Menschen aus „traditionellen“ (westdeutschen) Einwandererländern wie Italien, Griechenland, der Türkei oder Jugoslawien unterdurchschnittlich oft vertreten. Überdurchschnittlich vertreten sind hingegen Osteuropäer und vor allem die teils schon zu DDR-Zeiten eingewanderten Vietnamesen.

An der Thüringer Städtekette, die sich quer durch die Mitte des Landes entlang der sechs größten Städte zieht, ist die Bevölkerungsdichte am größten. Insgesamt betrachtet ist die Bevölkerungsdichte relativ homogen, große Ballungsgebiete fehlen, ebenso Regionen mit einer Bevölkerungsdichte von unter 50 Einwohnern pro Quadratkilometer. Dünner besiedelt sind vor allem der südliche Saale-Orla-Kreis, die Gebiete zwischen Werra und bayerischer Landesgrenze (bedingt durch die nachteilige Lage an der ehemaligen innerdeutschen Grenze) sowie Teile des nördlichen Thüringer Beckens zwischen Sondershausen und Mühlhausen.

 

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